Diskussionsforum "Zivilgesellschaftliches Engagement - Gesellschaft gestalten”

Wie können ehrenamtliche Initiativen politisch mitgestalten? Wie verschaffen sie sich auf nationaler und europäischer Ebene Gehör? Wie können solche Initiativen von europäischen Fördergeldern profitieren? Diese und weitere Fragen wurden bei einem Diskussionsforum am 2. September 2011 im Haus der Europäischen Union mit interessierten Gruppen, Initiativen bzw. Privatpersonen und ExpertInnen besprochen. Ehrengast Ulrike Lunacek betonte, wie wichtig die Arbeit von solchen zivilgesellschaftlichen Initiativen ist und wünschte den versammelten Initiatoren Mut, Motivation und Durchsetzungskraft für ihre weiteres Tun und Handeln.

Neben Austausch und Diskussion zwischen den TeilnehmerInnen regten verschiedene ExpertInnen-Inputs zum Nachdenken an. So wies etwa Wolfgang Schmidt vom Verein Amsel in Graz in seinem Vortrag darauf hin, dass Strukturen für Beteiligung und Mitgestaltung breiter Bevölkerungsschichten fehlen und dafür auch keine Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Robert Lukesch von der ÖAR Regionalberatung GmbH zeigte auf, wie Strukturen für Beteiligung aussehen und am konkreten Fallbeispiel auch funktionieren. Auf Schwierigkeiten und Hürden, die im Zusammenhang mit Beteiligungsprozessen entstehen können, machte anschließend Andrea Itzlinger vom Bundeskanzleramt aufmerksam:

Beim Konsultationsverfahren zur Umsetzung der Kernziele von Europa 2020 bzw. des nationalen Reformprogramms 2011 waren auch NGOs eingeladen worden, mitzudenken und ihre Ideen einzubringen. Allerdings konnte anschließend ein Großteil der eingebrachten Vorschläge und Forderungen nicht in das Reformpapier übernommen werden, da die vorgebrachten Themen nicht Teil der nationalen Strategie war, die im Ministerrat beschlossen worden war.

Eine mögliche Plattform für Beteiligung bzw. BürgerInnen-Initiative stellte schließlich Marie Theres Schnattler vom neu gegründeten "BürgerInnenforum Europa 2020" dem Publikum vor. Das volle Vormittagsprogramm rundete dann Univ.Prof.Dr. Heintel mit seinem Input zum Thema "Zeit und Entschleunigung" ab, bevor am Nachmittag im World Café, die verschiedenen Themen udn Thesen weiter verfolgt wurden.