Europäische Jugendwoche, 27. April bis 10. Mai 2015
Erasmus+ Jahrestagung: Programmakteure ziehen erste Bilanz

Die erste nationale Erasmus+ Jahrestagung gab einen Rückblick auf eineinhalb Jahre Erasmus+ und bot Ausblick auf die Zukunft der Bildungsmobilität. Die Jahrestagung wurde von den Nationalagenturen für Erasmus+ Bildung und Erasmus+ Jugend organisiert und fand am 6. Mai 2015 im Rahmen der Europäischen Jugendwoche in Wien statt. Den Auftakt gab Giorgio Guazzugli Marini von der Europäischen Kommission, der als Erasmus+ Programmkoordinator eine Zwischenbilanz zog, Zukunftsperspektiven und Chancen aufzeigte.

Zukunftsforscher Roos: „Bildungsmobilität fördert Diversität und interkulturelle Kollaboration”

Was wird unsere Welt in den nächsten 20 Jahren massiv verändern? Was bedeutet das für Bildung und Mobilität? Der Zukunftsforscher Georges T. Roos blickte für uns in die Zukunft: „Die Wettbewerbsfähigkeit Europas kann nur gestärkt werden, wenn wir die europäische Vielfalt produktiv nutzen durch gegenseitigen Austausch, Verflechtung und voneinander Lernen.” Bildungsmobilität fördere Diversität und interkulturelle Kollaboration. „Sie wird aber über Europa hinausgehen und weit mehr als Europa einzuschließen haben”, folgert Roos.

Mehr Flexibilität und verbesserte IT-Tools

In einer anschließenden Podiumsdiskussion und in thematischen Workshops am Nachmittag wurden Rahmenbedingungen und unterstützende Maßnahmen beleuchtet. Mehr Flexibilität in der Finanzstruktur und verbesserte IT-Tools für die Abwicklung des Programms sind die Hauptanliegen der bisherigen Teilnehmer/innen am neuen EU-Programm Erasmus+. Gemeinsam mit  weiteren Empfehlungen, die im Laufe des Nachmittags von den Teilnehmer/innen formuliert wurden, werden sie der Europäischen Kommission als Feedback übermittelt.

Die beiden Agentursleiter Gerhard Moßhammer (Interkulturelles Zentrum, Erasmus+ Jugend in Aktion) und Ernst Gesslbauer (OeAD GmbH, Erasmus+ Bildung) sind sich einig: „Wir arbeiten stetig daran, das EU-Programm noch anwenderfreundlicher zu machen. Die Rückmeldungen der Programmteilnehmer/innen als aktive User/innen sind hier essenziell.”

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Erasmus+ in Zahlen

Die Lernmobilität von Einzelpersonen ist zentrales Standbein des europäischen Programms für Bildung, Jugend und Sport, das in sieben Jahren über vier Mio.Menschen erreichen soll. Zwischen 2014 und 2020 stehen dafür europaweit 14,7 Mrd.Euro zur Verfügung. Die Teilnahmemöglichkeiten sind vielseitig und spannen den Bogen von Berufspraktika für Lehrlinge im Ausland über europaweite Fortbildungskurse für Pädagog/innen bis hin zur Teilnahme an Freiwilligenprojekten und europäischen Jugendbegegnungen.

Für Erasmus+ Jugend standen im Jahr 2014 rund 3,5 Mio. Euro an Fördermitteln bereit, davon mehr als zwei Mio. Euro für Mobilitätsprojekte. Mehr als 2.800 Personen konnten damit eine Mobilitätserfahrung machen, z.B. im Rahmen eines Europäischen Freiwilligendienstes, einer Jugendbegegnung oder eines Fachkräfteaustauschs.

„Dank Erasmus+ Jugend in Aktion können Jugendliche auch abseits der schulischen Aus- und Weiterbildung wertvolle Auslandserfahrung sammeln und so wichtige Kompetenzen für ihren  weiteren beruflichen Werdegang erwerben.Im Jahr 2015 stehen noch mehr Fördermittel für Mobilitätsprojekte im Jugendbereich zur Verfügung”, freut sich Gerhard Moßhammer, Leiter der Österreichischen Agentur „Erasmus+: Jugend in Aktion”, über diese positiven Entwicklungen.

Durch Erasmus+ Bildung konnten im ersten Programmjahr über 350 Projekte gefördert und so über 11.600 Personen jeden Alters mobil gemacht werden: mehr als 2.000 Mobilitäten von Lehrkräften bzw. Pädagog/innen und allgemeinem Bildungspersonal aus Schulen und Kindergärten, 2.700 Mobilitäten von Personen in der beruflichen Erstausbildung und Fachkräften in der beruflichen Bildung, 7.100 Mobilitäten von Studierenden im Rahmen von Studien- und Praktikumsaufenthalten sowie Lehr- und Fortbildungsaufenthalte und 100  Mobilitäten für Fachkräfte in der Erwachsenenbildung. Für das Jahr 2015 erwartet Gesslbauer Fördermittel in ähnlicher Höhe wie 2014, in etwa rund 23 Mio.Euro für Österreich. Zusätzlich sollen für die internationale Hochschulmobilität/-kooperation 2,1 Mio. Euro zur Verfügung stehen.