Österreichischer Jugendpreis 2017 - Preisträger „Nationale Jugendarbeit"

In der Kategorie "Nationale Jugendarbeit" wurden insgesamt fünf Projekte von Akteuren und Akteurinnen der Jugendarbeit in Österreich ausgezeichnet. In dieser Kategorie wurde auch ein Hauptpreis an das Projekt "DOgether" aus der Steiermark überreicht.

15 Jahre Social Soccer Cup – „ein Jugendprojekt wird erwachsen“

Organisation: ClickIn – Offene Jugendarbeit Gratwein-Straßengel, Steiermark

Seit 15 Jahren kommen Jugendliche aus verschiedensten Ländern in Gratwein-Straßengel zusammen, spielen „ihren“ Social Soccer Cup, verbringen gemeinsam Zeit und lernen sich bei Workshops zum Thema Europa besser kennen. Vorurteile werden abgebaut und neue Aktivitäten initiiert. Der Event wird von Jugendlichen organisiert, mit Unterstützung und Hilfe durch die JugendarbeiterInnen aus dem Jugendzentrum. Von Generation zu Generation wird das Projekt weitergegeben. Über 2500 Kinder und Jugendliche aus 20 Nationen haben bereits an dieser länderübergreifenden Veranstaltung teilgenommen. Projektwochen, Jugendbegegnungen und eine Städtepartnerschaft sind inzwischen daraus entstanden.

wir.gestalten.arbeit

Organisation: Katholische Jugend Österreich

Rund 300 TeilnehmerInnen zwischen 15 und 25 Jahren -  Lehrlinge, junge Erwerbstätige ohne Berufsausbildung und Menschen von Fördereinrichtungen des zweiten oder dritten Arbeitsmarkts –  setzten sich in Workshops mit ihrer Arbeitssituation auseinander. Sie formulierten eigene Ziele und Visionen für eine gerechte Arbeitswelt und entwickelten Ideen zur Arbeitsmarktpolitik. Darauf folgte eine Diskussion mit politischen EntscheidungsträgerInnen, in der die Jugendlichen auf ihre Themen, Anliegen und ihre Arbeitssituation aufmerksam machten. Die politische Sach-, Urteils- und Handlungskompetenz der Jugendlichen wurde gestärkt. Bei den politischen AkteurInnen wurde das Bewusstsein für die Bedürfnisse von jungen Menschen am Arbeitsmarkt geschärft.

„Mut tut Gut: Es war einmal, wir blicken in die Zukunft!“

Organisation: Offene Jugendarbeit Feldkirch

In der Stadt Feldkirch steht die Schließung und Zusammenlegung von bestehenden Jugendhäusern sowie die Eröffnung eines neuen Standorts bevor. Ein Beteiligungsprozess zur Gestaltung des neuen Jugendhauses wurde gestartet. Die Jugendlichen haben sich online als auch bei einem Runden Tisch mit der Thematik auseinandergesetzt. Sie wurden dabei unterstützt ihre Anliegen zu artikulieren und diese an entsprechenden Stellen zu deponieren. In einer Rikscha wurden Persönlichkeiten der Stadt interviewt. Sie diente als mobile Begegnungsplattform. So konnte ein origineller Zugang zwischen Erwachsenenwelt und der Lebenswelt der Jugendlichen geschaffen und beidseitig wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden.

*peppa Mädchenrat

Organisation: *peppa Mädchenzentrum, Caritas der Erzdiözese Wien – Hilfe in Not

Zentrales Element der Arbeit im *peppa Mädchenzentrum ist die Partizipation. Um diesen Ansatz zu formalisieren wurde die Wahl des *peppa Mädchenrats durchgeführt. In Vorbereitung dazu wurden Workshops veranstaltet – einer vor und einer nach der Wahl. Jeweils drei Rätinnen unterschiedlicher Altersgruppen und ihre Vertretungen wurden von den Besucherinnen des Mädchencafés gewählt. Der Mädchenrat tagt monatlich und trägt Anliegen, Wünsche sowie Sorgen und Ängste der Mädchen an das Betreuungsteam heran, hilft gemeinsam Veranstaltungen zu organisieren und fördert die Partizipation der Besucherinnen in der Planung von Programmpunkten und Veranstaltungen des Mädchencafés.

DOgether

Organisation: LOGO jugendmanagement gmbh im Auftrag des Gesundheitsfonds Steiermark

Zielgruppe des Projekts waren Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrungen sowie MultiplikatorInnen aus der Jugendarbeit und Betreuungspersonen minderjähriger Flüchtlinge. Ziel war es, Gemeinsamkeiten zu entdecken und ein Bewusstsein für körperliche Gesundheit zu schaffen. Einrichtungen der offenen und verbandlichen Jugendarbeit hatten die Möglichkeit, um Projektfinanzierung für gemeinsame Aktivitäten von österreichischen und geflüchteten Jugendlichen anzusuchen. Über 220 Aktivitäten konnten so realisiert werden. 74 Workshops u.a. zu „Liebe & Sexualität“, „Sport & Bewegung“, „Ernährung & Kochen“ wurden durchgeführt. Zudem wurde ein Netzwerk aus MultiplikatorInnen der offenen und verbandlichen Jugendarbeit und Betreuungspersonen geflüchteter Jugendlicher installiert. Insgesamt beteiligten sich rund 3.500 Jugendliche aktiv an DOgether.