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25 Jahre Österreich in der Europäischen Union: Teil 1

Teil 1 - vom Friedensprojekt zum Austauschprojekt

 

25 Jahre Österreich in der Europäischen Union - drei Herausforderungen und eine gemeinsame Perspektive 

Ein Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Europas, Österreichs und des IZ

 

Seit dem 1. Jänner 1995 ist Österreich Mitglied der Europäischen Union, nachdem am 19. Juni 1994 zwei Drittel der Österreicher*innen dafür gestimmt hatten. 

In dieser Serie zum 25. Beitrittsjubiläum Österreichs zur Europäischen Union werden wir uns in vier Teilen mit der Entstehung der Union, alten und neuen Herausforderungen und der Rolle der Zivilgesellschaft beschäftigen. Das IZ hat den Prozess der europäischen Einigung seit 1987 begleitet und in unterschiedlichsten Formen zum solidarischen Gedanken der EU beigetragen. Wir verstehen uns als Europäer*innen – solidarisch, die Menschenwürde achtend und mit großem Einsatz für dieses Friedensprojekt einstehend.

Ein Friedensprojekt von Beginn an

“Seit 1989 betreuen wir internationale Austausch- und Kooperationsprojekte und haben die EU-Programme ‘Jugend für Europa’ und den Europäischen Freiwilligendienst in Österreich nach dem EU-Beitritt aufgebaut. Internationale Beziehungen und der kulturelle Austausch sind am IZ also seit jeher tief verwurzelt”, so Martina Fürpass, Teil der Geschäftsführung des IZ. Der Beitritt hat sich aber auch bei den jüngeren Menschen in Österreich von Beginn an deutlich bemerkbar gemacht: “Mit jedem Austauschprojekt sehen wir, wie sehr junge Menschen von den Möglichkeiten des kulturellen Austauschs profitieren und wie offenherzig sie aufeinander zugehen”, ergänzt Gerhard Moßhammer, Geschäftsführer und Direktor der Nationalagentur für Erasmus+ Jugend in Aktion und das Europäische Solidaritätskorps.  

Grundlage für die Entstehung der Union waren die Lehren aus dem ersten und zweiten Weltkrieg und die Erfahrungen von Krieg und Faschismus in Europa. Die erschütternden Nachwirkungen zweier Weltkriege drängten die Kriegs- und Kolonialmächte Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande, aber auch Luxemburg zur Vergemeinschaftung von Kriegsmaterial. Sie gründeten auf Initiative Frankreichs 1952 die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, auf deren Basis am 7. Februar 1992 mit dem Vertrag von Maastricht das Fundament für die Europäische Union gelegt wurde. Obwohl ein rein wirtschaftlicher Zusammenschluss, war die EU also von Beginn an als Friedensprojekt angelegt. Das Ziel war die Schaffung einer Solidargemeinschaft und die Befriedung eines Kontinents, der über Jahrhunderte von Kriegen und Zerstörung geprägt und zerrüttet war. 

Gemeinsamkeiten im Austausch finden

Die Austauschprogramme für junge Menschen in der EU sollten einen Beitrag zur kulturellen Verständigung, zum Abbau von Vorurteilen und zur Öffnung von Horizonten leisten. Dieser internationale Austausch schlägt sich in lebensverändernden Entscheidungen junger Menschen nieder. “Der Aufbau von Freundschaften, internationalen Netzwerken und Bekanntschaften über die eigene Gemeinde, die eigene Region hinaus verringert auch die Hürden, später im Leben in einem anderen Land zu leben und zu arbeiten”, führt Gerhard Moßhammer aus. 

Die Vernetzung der Wirtschaft hat dazu geführt, dass wir alle näher zusammenrücken. Aber neue Herausforderungen des Beistands und der Solidarität ziehen sich durch die Gemeinschaft. Diese Herausforderungen beleuchten wir in Teil 2 unserer Serie zum EU-Beitritt Österreichs vor 25 Jahren. 

 

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