Direkt zum Inhalt

Caucasus Network for Children - Jahresbericht 2019

💡  Basisinfos

  • Zusammenschluss von 14 NGOs im SĂŒd- & Nordkaukasus
  • Beteiligte LĂ€nder: Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Nordkaukasus-Republiken der Russischen Föderation (Tschetschenien, Inguschetien, Nord-Ossetien)
  • Entstanden 2013 aus der Caucasus Education Initiative (seit 2008), die lange vom österreichischen Bildungsministerium unterstĂŒtzt wurde
  • Regionale Zusammenarbeit & gemeinsame grenzĂŒberschreitende Projekte zur Förderung von Versöhnung, Bildungsreformen, sozialer Inklusion benachteiligter Kinder und gesellschaftlicher Teilhabe marginalisierter Gruppen
  • IZ begleitet das Netzwerk seit seiner GrĂŒndung, unterstĂŒtzt durch Organisation von Netzwerktreffen & Trainings, Hilfe bei Projektentwicklung & Vernetzung mit österreichischen Stakeholder*innen

 

Austausch bringt NGOs UnterstĂŒtzung und Inspiration


„Wir organisieren schon seit vielen Jahren regelmĂ€ĂŸige Netzwerktreffen fĂŒr zivilgesellschaftliche Organisationen aus der Kaukasusregion“, erzĂ€hlt Gertraud Illmeier aus dem IZ-Team, „am Anfang waren die NGOs eher verschlossen und sehr vorsichtig miteinander. Inzwischen ist aber das Vertrauen gewachsen und es gibt einen offenen Austausch, der ihnen wirklich weiterhilft.“ Dieser Austausch ist fĂŒr die Organisationen entscheidend. Denn die gesellschaftspolitischen VerhĂ€ltnisse in einigen LĂ€ndern der Kaukasusregion erschweren die NGO-Arbeit sehr.

Die Zivilgesellschaft leidet zum Beispiel unter staatlicher Regulierung. In manchen Regionen werden aktuell verstĂ€rkt staatsnahe Vereine gegrĂŒndet, die einen Großteil der öffentlichen Förderungen bekommen, die aber nicht unabhĂ€ngig sind. „Diese Vereine agieren nicht wirklich als Watchdogs oder gesellschaftliches Korrektiv“, erklĂ€rt Gertraud Illmeier, „hingegen bekommen NGOs, die diese Rollen tatsĂ€chlich wahrnehmen, kaum noch staatliche Förderungen.“ Teilweise mĂŒssen Organisationen auch aufwendige bĂŒrokratische HĂŒrden ĂŒberwinden. Das ist fĂŒr kleinere NGOs und Grassroots-Initiativen kaum machbar. Sich darĂŒber auszutauschen, wie die Arbeit trotz dieser Herausforderungen fortgesetzt werden kann, ist eine wichtige UnterstĂŒtzung fĂŒr die Netzwerkpartner. Die CNC-Organisationen arbeiten in den Bereichen soziale Inklusion, Bildung, Demokratisierung und Medienkompetenz. Durch die Vernetzung können sie gemeinsame Schwerpunkte setzen und gut funktionierende Konzepte austauschen. Eine Organisation prĂ€sentiert zum Beispiel ihre Forschungsergebnisse zum Thema, wie Behinderung in den Medien dargestellt wird, und zeigt, wie man einen inklusiven Ansatz aus Sicht der Menschenrechte argumentieren kann. „Sie weist darauf hin, dass Behinderung kein individuelles Defizit oder medizinisches Problem ist, sondern ein soziales PhĂ€nomen“, erlĂ€utert Gertraud Illmeier, „es bedeutet, dass die Gesellschaft es noch nicht schafft, alle ihre Mitglieder so einzuschließen, wie es die einzelnen Menschen brĂ€uchten.“ Eine andere NGO teilt ihre Erfahrungen, wie sie mit einem Flashmob am „Tag von Menschen mit Behinderung“ Bewusstsein fĂŒr die Problematik geschaffen hat und inspiriert dadurch andere zu Ă€hnlichen Aktionen. Wieder eine andere erzĂ€hlt von neuen Konzepten, um benachteiligte Kinder zu ermĂ€chtigen, fĂŒr sich selbst zu sprechen. „Eine Organisation aus Armenien zum Beispiel lĂ€sst in wöchentlichen Radiosendungen Kinder aus inklusiven Schulen von ihren Erfahrungen erzĂ€hlen“, so Gertraud Illmeier, „oder sie organisiert „rollenvertauschte“ Trainings, bei denen Kinder mit Behinderung und ihre Eltern den Lehrer*innen nahebringen, wie Inklusion gelingen kann. Das zu hören, inspiriert und bereichert die anderen Organisationen.“

Neben dem Austausch haben die Organisationen auch geplant, wie sich das Netzwerk in den nĂ€chsten drei Jahren strategisch ausrichtet. So viel können wir schon verraten: In Zukunft wird die Vernetzung mit neuen Akteur*innen und die Zusammenarbeit bei der Projektakquise im Fokus stehen. Denn wie Gertraud Illmeier sagt: „In inzwischen zwölf Jahren CNC-Arbeit wird das schon sehr deutlich: Gemeinsam entwickeln die NGOs ein ganz anderes Standing und sind viel stĂ€rker als allein.“

 

📃  Daten & Fakten

  • 25.-28. November 2019: Netzwerktreffen & Generalversammlung
  • 27. MĂ€rz 2019: IZ-Salon „Öffentlicher Sektor & Zivilgesellschaft – Kooperation im internationalen Kontext“

 

 

Bild 1 & 2: IZ-Salon © 2019 IZ - Vielfalt, Dialog, Bildung