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Divided Past - Joint Future - Jahresbericht 2019

💡  Basisinfos

  • Projekt, das Friedens- und Versöhnungsarbeit in Westbalkan und TĂŒrkei fördert
  • Konsortium von 18 Organisationen unter der Leitung des Youth Communication Centre Banja Luka (Bosnien und Herzegowina)
  • Arbeit in 7 LĂ€ndern: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Montenegro, Serbien, TĂŒrkei
  • Initiation verschiedenster Projekte zum Vertrauensaufbau, jeweils ĂŒber die Grenzen von Minderheiten hinweg
  • Nachhaltigere Arbeit, da die NGOs mit Verwaltung und Wirtschaft zusammenarbeiten

 

Um GrĂ€ben zu ĂŒberwinden, mĂŒssen alle zusammenarbeiten


„Das Projekt will Bevölkerungsgruppen zusammenbringen, die aufgrund von Konflikten in der Region kaum miteinander zu tun haben – und teils auch gar nichts miteinander zu tun haben wollen“, erklĂ€rt Franjo Steiner aus dem IZ-Team. Durch den Balkankrieg sind zahlreiche ethnisch-nationalistisch und religiös geprĂ€gte Konflikte aufgekommen. Bis heute prĂ€gen diese das Zusammenleben. „Damit es gelingt, diese GrĂ€ben zu schließen, wollten wir die Zersplitterung und Konkurrenz innerhalb der Zivilgesellschaft ĂŒberwinden“, so Franjo Steiner, „aber vor allem war es uns wichtig, sektorenĂŒbergreifend zu arbeiten und Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Nichtregierungsorganisationen und öffentliche Verwaltung einbeziehen.“ ZunĂ€chst haben regionale und spĂ€ter auch nationale Social Innovation Labs Menschen aus diesen vier Sektoren – und aus den verschiedenen segregierten Bevölkerungsgruppen – zusammengebracht und so sektorenĂŒbergreifende Netzwerke etabliert. Das Ziel war es dann, diese Netzwerke durch eine Ausschreibung zu motivieren, gemeinsame Projekte zu planen. „Diese Projekte sollten friedensbildend wirken und zur Versöhnung der segregierten Bevölkerungsgruppen beitragen“, lĂ€sst Franjo Steiner wissen, „und das hat auch geklappt: Insgesamt 49 Projekte konnten mithilfe der Förderung Initiativen ins Leben rufen, die zur Friedensarbeit beitragen.“

Die Themen, um die sich die Projekte dann drehten, spiegeln genau diesen „cross-stakeholder approach“ wider und drehen sich um soziale Themen, Kunst, Bildung und Wirtschaft. So erzĂ€hlt zum Beispiel ein Projekt die Geschichten von Menschen, die friedvoll in der Stadt Mostar zusammenleben und macht dadurch Versöhnung greifbar. Ein anderes Projekt empowert Frauen durch Produktionsgemeinschaften fĂŒr Landwirtschaft und Handarbeit und nutzt das, um sie fĂŒr Friedensbildung zu sensibilisieren. Ein drittes fördert durch eine interkulturelle KĂŒnstler*innen-Plattform in der serbischen Stadt Vojvodina DiversitĂ€t und Inklusion in der Bevölkerung. „Einen besonders spannenden Ansatz hat ein Projekt in der Stadt NiĆĄ gefunden“, findet Franjo Steiner, „es hat in einem Hackathon ein Souvenir kreiert, das den friedlichen und respektvollen Umgang der verschiedenen Bevölkerungsgruppen miteinander ausdrĂŒckt, der dort herrscht.“ All diese Ideen konnten nur entstehen und umgesetzt werden, weil Akteur*innen aus verschiedenen Sektoren zusammen daran gearbeitet haben. „Ich finde einen cross-sektoralen Ansatz total wichtig, damit Peacebuilding-AktivitĂ€ten auf lange Sicht nachhaltig sind“, sagt Rosa Hergan, eine der Projektinitiator*innen, „denn dafĂŒr braucht es Kooperationen, die ĂŒber das eigene Arbeitsumfeld hinausgehen.“

Und auch Franjo Steiner ist in seinem ResĂŒmee zu „Divided Past – Joint Future“ ĂŒberzeugt: „Das hat das Projekt wirklich gezeigt: Wenn man Segregation in der Bevölkerung ĂŒberwinden will, muss man Menschen aus allen Sektoren und Gruppen zusammenbringen und ihnen die Möglichkeit geben, zusammen Projekte zu erarbeiten und umzusetzen. Das geht nur gemeinsam.“

 

📃  Daten & Fakten

  • 4 Jahre (2016 bis 2019)
  • 49 geförderte Projekte 
  • 7.000 bis 8.000 € Förderung pro Projekt 

 

Bild 1: Projekttreffen © 2019 Youth Communication Centre Banja Luka