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INDEX-Delegation in Japan - Jahresbericht 2019

💡  Basisinfos

  • Programm des interkulturellen Austauschs
  • Vom japanischen Cabinet Office initiiert

 

Kompetenz in der internationalen Jugendarbeit zeigen und ausbauen


Im Oktober 2019 war Sophie Hammer aus dem IZ-Team Delegationsleiterin im Japan-Jugendaustausch des International Youth Development Exchange Program (INDEX). „ In Japan gibt es nicht so viele Möglichkeiten fĂŒr Austausch wie wir sie in Europa zum Beispiel durch die EU-Jugendprogramme haben “, erklĂ€rt Sophie Hammer, „aber durch das INDEX-Programm können sich Jugendliche aus verschiedenen LĂ€ndern treffen, Freundschaften schließen, sich ĂŒber gesellschaftliche Themen austauschen und gemeinsam an Lösungen arbeiten.“ Der Austausch startete mit einer Jugendkonferenz in Narita, bei der sich die jungen Menschen in interaktiven Workshops unter anderem mit dem Thema Multikulturelle Gesellschaften auseinandersetzten. Dann gingen jeweils zwei Delegationen gemeinsam auf eine Reise durch zwei Regionen – die österreichische Gruppe war mit der peruanischen unterwegs durch die Provinzen Aichi und Kagawa. Dort zeigten ihnen die Leute vor Ort, was ihnen an ihrer Region wichtig ist – zum Beispiel Kultur, lokale Betriebe oder kulinarische SpezialitĂ€ten. „Kagawa wird auch die ‘Udon-Provinz’ genannt”, erzĂ€hlt Sophie, “und wir haben uns natĂŒrlich gefreut, dass wir die lokal hergestellten Udon-Nudeln probieren konnten.“ Zum Abschluss trafen sich alle Delegationen in Tokio, um ihre Erfahrungen miteinander zu teilen.

„FĂŒr mich besonders schön und prĂ€gend war das Wochenende bei Gastfamilien in Kagawa. So eine Erfahrung macht man sonst auf Reisen nicht“, berichtet Sophie Hammer, „Es war total spannend, einen so tiefen Einblick in die Kultur zu bekommen und junge Leute aus Japan kennenzulernen. Die GesprĂ€che sind schnell ĂŒber das OberflĂ€chliche hinausgegangen.“ Einige Dinge waren auch ungewohnt: „Es gab viele sehr formelle Besuche und ich als Delegationsleiterin musste ĂŒberall eine kurze Rede halten. Geschenke haben einen sehr hohen Stellenwert und werden nach einem genau vorgegebenen Protokoll ĂŒbergeben – aber daran gewöhnt man sich.“ Auch kulturelle Stereotype wurden durch das Programm aufgebrochen: Ein Gastvater war zum Beispiel sehr erstaunt, dass nicht alle Österreicher*innen das Lied „Edelweiß“ aus dem Film „Sound of Music“ kennen, der in Japan als „typisch österreichisch gilt“ – er hat erst durch den Austausch erfahren, dass das gar kein österreichischer Film ist. Auch bei der Kultur-Performance, die sie immer wieder prĂ€sentieren mussten, haben das die jungen Österreicher*innen gemerkt. „Das fanden alle sehr befremdlich am Anfang – ein Land in so kurzer Zeit vorzustellen, geht einfach nicht. Aber als wir diesen Anspruch aufgegeben haben, konnten wir bei Walzer-Workshops gut mit den japanischen Jugendlichen connecten und eine Diskussion darĂŒber anstoßen, wie sich traditionelle und moderne EinflĂŒsse im Leben junger Menschen vermischen“, so Sophie Hammer. Viel Freizeit blieb bei dem dichten Programm nicht, aber abends nahm sich die Delegation trotzdem Zeit, die StĂ€dte zu erkunden, Karaoke zu singen oder sich zum gemeinsamen Reflektieren zu treffen. „Es gab so viele EindrĂŒcke, die man verarbeiten muss“, begrĂŒndet das Sophie Hammer, „und gerade, wenn man im Ausland ist, reflektiert man ja auch seine eigene Kultur mehr.“

Das IZ wurde 2019 bereits zum dritten Mal eingeladen, sich an dem Programm zu beteiligen. Sophie Hammer erklĂ€rt das so: „Als IZ werden wir als Kompetenzzentrum der internationalen Jugendarbeit wahrgenommen, auch abseits der Nationalagentur. In solchen Programmen können wir unsere Expertise in dem Bereich zeigen und auch ausbauen.“

 

📃  Daten & Fakten

  • 16 Tage
  • 5.-20. Oktober 2019
  • 6 LĂ€nder dabei
  • 8 österreichische Jugendliche

 

           

Bild 1: österreichische Delegation, Bild 2: Sophie Hammer mit ihrer Gastfamilie, Bild 3: Shibuya Crossing in Tokio © 2019  IZ - Vielfalt, Dialog, Bildung