Direkt zum Inhalt

One Europe, One Caucasus - Jahresbericht 2019

💡  Basisinfos

  • Weiterentwicklung des seit 2014 bestehenden völkerverbindenden Festivals „One Caucasus“
  • Projekt verbindet Kultur und inklusive Bildung
  • Oktober 2019 - Dezember 2021
  • Beteilige LĂ€nder: Georgien, Österreich, Polen (Lead), Portugal

 

Mehr als ein Musikfestival


Ein kleines Dörfchen in Georgien. Nicht mehr als ein paar FamilienhĂ€user und eine Schule. Die steht aber fast leer, nur etwa zehn Kinder lernen in einem der Klassenzimmer. In dem Dorf wohnen hauptsĂ€chlich Ă€ltere Leute, die jĂŒngeren sind in die StĂ€dte gezogen. 

Doch einmal im Jahr verwandelt sich eine große Wiese neben dem Dorf in ein FestivalgelĂ€nde. KĂŒnstler*innen und Freiwillige aus der ganzen Welt kommen zum Festival „One Caucaus“, campen fĂŒr drei Wochen auf der Wiese, bauen eine BĂŒhne auf und halten Workshops in der Umgebung. “FĂŒr mich war es ein prĂ€gender Moment, als ich verstanden habe, dass das Festival mehr ist als ein Musikfestival“, berichtet Alice Scridon aus dem IZ-Team, „und auch mehr als ein völkerverbindendes Friedensprojekt, sondern gleichzeitig eine Form der Entwicklungszusammenarbeit.“ Das kostenlose Festival findet bewusst im Grenzgebiet zwischen Georgien, Armenien und Aserbaidschan statt, wo es viele ethnische Konflikte gibt. Es will Menschen aus den verschiedenen Bevölkerungsgruppen zusammenbringen und die strukturschwache Region beleben. Im Projekt „One Europe, One Caucasus“ beteiligt sich das IZ an dieser Mission. „Beim Festival war zum Beispiel die Wasserversorgung immer ein Problem. Aber das geht natĂŒrlich dem Dorf auch sonst so“, erklĂ€rt Alice Scridon, „und indem wir das Problem fĂŒr das Festival lösen, profitiert das ganze Dorf.“

PĂ€dagogische Workshops waren schon immer Teil des Festivals – das soll durch das aktuelle Projekt ausgebaut werden: Kooperationen mit Schulen und Fortbildungsangeboten fĂŒr Lehrer*innen in der Region bringen neue Impulse in die lokale Bildung. „Es gibt zum Beispiel Medienworkshops zum Thema, wie man Bildung mit Film verknĂŒpfen kann“, so Alice Scridon, „mir gefĂ€llt diese Verbindung von Kunst und Kultur mit pĂ€dagogischen Aspekten.“ Der völkerverbindende Aspekt soll auch in die PartnerlĂ€nder gebracht werden: In sogenannten „Inter3Labs“ kommen Expert*innen aus allen vier LĂ€ndern zusammen und arbeiten an neuen Lösungen fĂŒr gesellschaftliche Probleme. In Österreich sollen dabei zum Beispiel durch eine Kooperation mit dem Wiener Beschwerdechor GeflĂŒchtete die Möglichkeit bekommen, in einer gemeinsam erarbeiteten Performance ihre Anliegen musikalisch auszudrĂŒcken.

 

📃  Daten & Fakten

Zum Projekt:

  • 4 LĂ€nder beteiligt
  • 3 Inter3Labs, davon eines in Österreich
  • 5 Dokumentarfilme & 5 pĂ€dagogische Animationen sollen erstellt werden
  • 2 Ausgaben des jĂ€hrlichen „One Caucasus“-Festivals inkl. Bildungsprogramm

In 5 Festival-Jahren insgesamt:

  • 9.000 Besucher*innen
  • Über 240 Freiwillige
  • Festivalteam aus ĂŒber 34 LĂ€ndern und 5 Kontinenten
  • 350 KĂŒnstler*innen aus 15 LĂ€ndern und 5 Kontinenten
  • 29 neue internationale Musikprojekte initiiert
  • 59 Arten von interdisziplinĂ€ren Workshops 
  • 800 (vorwiegend junge) Workshopteilnehmer*innen aus 48 Dörfern der Region
  • 5-mal „Not-Perfect Town of Our Dreams” (Festivalstadt) aufgebaut

 

 

Bild 1 & 2: One Caucasus Festival © One Caucasus Festival, Bild 3: Projekttreffen mit dem örtlichen Gouverneur © 2020 Mikiani / One Caucasus Program