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Research-based Analysis of European Youth Programmes (RAY) - Jahresbericht 2019

💡  Basisinfos

  • EuropĂ€isches Forschungsnetzwerk
  • IZ koordiniert das Netzwerk
  • Ziel: Wirkung der EU-Jugendförderprogramme erforschen, zur QualitĂ€tssicherung und -entwicklung der Programme beitragen
  • Seit 2008 (IZ war GrĂŒndungsmitglied)
  • 36 Agenturen aus 34 LĂ€ndern beteiligt
  • Forschungspartner: Genesis-Institut

Fazit: „Das Programm funktioniert“


Seit September 2019 heißt das Forschungsnetzwerk RAY offiziell „Research-based Analysis of European Youth Programmes“ und untersucht nicht mehr nur „Erasmus+ Jugend in Aktion“, sondern auch das neue EU-Programm „EuropĂ€isches SolidaritĂ€tskorps“. Neben dieser VerĂ€nderung gab es 2019 noch weitere Meilensteine fĂŒr das Netzwerk – zum Beispiel die Veröffentlichung der Abschlussberichte von RAY-CAP* und RAY-LTE*. „Als beim Netzwerkmeeting in Helsinki die Ergebnisse prĂ€sentiert wurden, wurde wieder einmal deutlich: Wir arbeiten da an etwas sehr Sinnvollem und können stolz darauf sein“, so Carmen Teubl aus dem IZ-Team, die das RAY-Netzwerk koordiniert, „zu sehen, was die EU-Jugendprogramme Tolles bewirken und das auch mit Fakten belegen und unterfĂŒttern zu können, das motiviert das Netzwerk.“ Der RAY-LTE-Bericht belegt, dass das Programm sich noch drei Jahre spĂ€ter darauf auswirkt, wie stark junge Menschen sich gesellschaftlich engagieren. Und im RAY-CAP-Bericht wird sichtbar, dass die Trainingsangebote vor allem fĂŒr Neulinge in internationaler Jugendarbeit gut funktionieren und dass Organisationen durch regelmĂ€ĂŸige Teilnahme vor allem auf lange Sicht die QualitĂ€t ihrer Jugendarbeit steigern können.

Außerdem wurde ein transnationaler Bericht des laufenden Monitorings (RAY-MON) von Erasmus+ Jugend in Aktion fĂŒr den Zeitraum 2017/2018 herausgegeben, der aus der Befragung von 23.571 Teilnehmenden und 5007 Projektleiter*innen im Wesentlichen einen Schluss zieht: „The programme works“ – das Programm funktioniert. Noch das am niedrigsten bewertete Ziel, „Interesse an Entwicklungen der Jugendpolitik steigern“, erreicht 77 %**. Die vier höchstbewerteten Ziele liegen sogar alle ĂŒber 95 %**. Damit beobachten fast alle Projektleiter*innen, dass das Programm bei jungen Menschen Respekt fĂŒr kulturelle DiversitĂ€t, den interkulturellen Dialog, SolidaritĂ€t und wesentliche Kompetenzen fördert. Die 23.571 befragten Teilnehmenden geben an, dass das Programm bei ihnen vielfĂ€ltige Kompetenzen gefördert hat – zum Beispiel Teamarbeit und Auskommen mit Menschen, die einen anderen kulturellen Hintergrund haben (je 94 %**) oder Kommunikation mit Menschen, die andere Sprachen sprechen (93 %**).

Auch vier neue Forschungsprojekte wurden gestartet: RAY-PART, das erforscht, mit welchen Methoden in den geförderten Projekten Partizipation und BĂŒrger*innenschaft gefördert werden, RAY-LEARN, das untersucht, wie sich Organisationen durch die Teilnahme am Programm weiterentwickeln und RAY-SOC, das Monitoring zum EuropĂ€ischen SolidaritĂ€tskorps, welches 2019 mit einer Pre-Study gestartet ist. Das vierte neue Projekt ist RAY-INNO, zu dem Carmen Teubl sagt: „Das Projekt finde ich besonders spannend, weil es die Key Action 2 untersucht, zu der es vorher noch keine Forschung gab.“

Im Dezember gab es außerdem einen IZ-Salon, bei dem die Forscher*innen die aktuellen RAY-Ergebnisse fĂŒr Österreich vorstellten. Die Zuhörer*innen durften mitraten, zum Beispiel zu diesen Fragen: Wer schĂ€tzt die Auswirkungen des Programms auf die FĂ€higkeit, Zukunftschancen zu identifizieren, stĂ€rker ein – Teilnehmer*innen oder Projektleiter*innen? (Spoiler: Es sind die Projektleiter*innen) Fördern die Projekte das Wissen zu Jugendpolitik eher stark oder eher schwach? (Spoiler: eher schwach) Was wird als wesentlicher Einfluss auf Lernprozesse genannt – informeller Rahmen oder HeterogenitĂ€t der Gruppe? (Spoiler: beides!)

 

* RAY CAP: Wirkungen von Erasmus+ Jugend in Aktion auf die Kompetenzentwicklung und den KapazitĂ€tenaufbau von Jugendarbeiter*innen & Jugendleiter*innen, RAY-LTE: Studie zu Langzeiteffekten von Erasmus+ Jugend in Aktion bezĂŒglich Partizipation und aktiver BĂŒrger*innnenschaft 
** agree / strongly agree; Quelle: researchyouth.eu/facts-and-figures

📃  Daten & Fakten

  • Monitoring in 29 Sprachen
  • 4 neue Forschungsprojekte
  • 3 neue transnationale Berichte
  • 3 neue österreichische Berichte
  • 25.-27. September 2019: Netzwerktreffen in Helsinki
  • Zahlreiche Working Group Meetings

 

     

Bild 1:  IZ-Salon zu RAY © 2019 IZ - Vielfalt, Dialog, Bildung, Bild 2-4: RAY Network Meeting © 2019 KÀhkönen